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Wie soll ich von der Stille singen, ist sie doch das, was erst entsteht, wenn alles schweigt, zur Ruhe findet, wenn jeder Klang verklingt, vergeht? Was soll ist über Stille sagen? Ein jedes Wort wär schon zu viel. Sie ist so heilsam, tut so wohl – deshalb wär‘s besser, ich wär still. Wie soll ich denn nur Stille finden, wie kommt mein Inneres zur Ruh‘? Wenn alles in mir schwiege, fände ich dann zuletzt ein großes DU? Und wie sollt‘ ich dies DU beschreiben? Ich weiß es nicht, doch ahn‘ ich schon: Ein Gottes-Klang ist‘s, Seine Stimme, der Logos, Ur-Wort, der Ur-Ton. Wenn Stille herrscht, ist alles Fließen, lass ich mich treiben, lass gescheh’n, stimme ich zu, stimme ich ein und frag nicht, wohin. Wir werden seh’n. Hab keinen Grund, mich zu beschweren, bin voll Vertrauen, bin ganz leicht – ja, all das will ich und ich bin es, wenn meine Angst der Stille weicht.