Klinik- und Reha-Seelsorge Bad Abbach

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Jona

Fühltest du dich schon mal hin- und hergeworfen
wie ein kleines Schiffchen zwischen hohen Well’n, 
nah am Abgrund oder nahe an die Klippen, 
bedroht unterzugeh’n oder zu zerschell’n?   

Wusstest du schon mal nicht mehr, wo dir der Kopf steht, 
von verwirrenden Eindrücken überschwemmt, 
durcheinandergewirbelt von einem Strudel, 
ungeschützt im Sturm, fast nackt, ohne Hemd?   

Dann auf einmal: alles dunkel, 
nicht ein Quäntchen Licht scheint mehr zu existier’n. 
Nass und kalt ist’s und so gottverlassen-einsam, 
ein Hunger und ein Durst nach Liebe lässt dich frier’n.   

Zeit verstreicht hier scheinbar Ewigkeiten-langsam, 
kein Ereignis und kein Leben füllt sie aus. 
Du kannst nichts tun und du kannst auch nichts mehr denken, 
 nur die eine Frage: Wie komm ich da raus?   

Kennst du das? Weißt du, was ich meine? 
Kennst du das? Dann bin ich nicht alleine. 
Wenn dir das vertraut ist, warst du auch 
in des Wales Bauch.   

Vater unser, steig herab von deinem Himmel, 
 bitte hör dir an, was ich zu sagen hab! 
Gott, ich sterbe hier gefühlt schon tausend Tode, 
 dieser unselige Ort ist wohl mein Grab.   

Hab Erbarmen, komm mir doch endlich zu Hilfe 
und erlöse mich! Ich sehe keinen Sinn. 
Schenk mir doch wenigstens einen Funken Hoffnung, 
mir, der ich hier drin gefangen bin!   

Bist du das? Gott, du bist ja bei mir. 
Bist du das? Wie kommst du plötzlich rein hier? 
 Soll das heißen, du warst längst schon auch 
in des Wales Bauch?