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Ich bin durch Wasser und durch Feuer gegangen, bin gebrandmarkt und gezeichnet reichlich oft, war in Kerkern und in Luftschlössern gefangen, hab manchmal zu früh auf’s Ende gehofft. Ich war mit Engeln und Dämonen beim Tanzen, hab mein letztes Hemd verloren beim Spiel, hab mal Glück gehabt, mal kam es abhanden. Dabei bin ich lange noch nicht am Ziel. Ja, ich lebe noch, ich lebe weiter, denn das Leben ist in mir. Nehm den nächsten Schritt auf dieser Leiter, die mich führt zum Leben, Gott, zu dir. Ich hab Schwerter zu Pflugscharen umgeschmiedet, hab mit Windmühlen und Riesen gekämpft, hab mein Blut gegeben und mein Herz vermietet, meine Scham versteckt, meinen Zorn gedämpft. Ich stand ungeschützt ganz vorn, am Bug des Schiffes, hin- und hergeschaukelt von Wellen und Meer, stets bedroht von den Zähnen eines Riffes. Trotzdem spürte ich: Es trägt mich wer. Ja, ich lebe noch, ich lebe weiter, denn das Leben ist in mir. Nehm den nächsten Schritt auf dieser Leiter, die mich führt zum Leben, Gott, zu dir. Du, Weltgeist, ich bin bereit. Stuf‘ um Stufe mach du mich weit!