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Manches Mal, da krieche ich im Staub, sag zu allem „Ja und Amen.“, völlig taub für meine eigene Stimme, meine eigenen Ideen; zu feige, zu träge, für etwas aufzusteh’n. Manchmal fress ich nur in mich hinein, schluck herunter ohne Widerspruch und „Nein!“,anstatt zu sagen: „Jetzt reicht es. So kann es nicht weitergeh’n.“; zu feige, zu träge, für etwas einzusteh’n. Ooh, das sitze ich aus. Ooh, wird irgendwie geh’n. Hab einfach Geduld, dann wird man seh’n! Ooh, ich zieh mich zurück. Ooh, ich puppe mich ein. Lass mich in Ruh‘, lass mich allein! Und dann brauch jemand, der mir sagt: „Steh auf! Du kannst stehen, du kannst gehen. Mensch, jetzt lauf! Lauf dem Leben doch entgegen! Es gehört auch dir. Greif nur zu! Hab nur Mut! Ich bin hier.“ Wenn dann alles von mir abfällt, wenn alles Zagen weicht, wachsen mir Seelenflügel, dann machst Du mich leicht. Dann heb ich meine Augen. Kein Berg bleibt unerreicht. Mein Herz ist warm und lächelt. Ich fühle mich so leicht. Jetzt brauch ich niemand mehr, der mir sagt: „Steh auf!“. Ich kann stehen, ich kann gehen. Mensch, ich lauf; lauf dem Leben entgegen. Es gehört auch mir. Ich greif zu. Ich hab Mut. Ich bin hier.