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In der Dunkelheit verweil ich eine Zeit, mach sie zur Freundin mir. Nacht senkt sich herab dunkel wie ein Grab, doch ich bleibe hier, mach die Augen zu, komm endlich zur Ruh. Dein Mysterium zieht mich magisch an, zieht mich in den Bann. Staunend werd ich stumm. Leg deinen Mantel über mich, dessen Grenzen niemand kennt! Warm ist er und heilt so manches Leid. In den Raum zwischen mir und der Welt trete du! Birg mich, schütz mich, heil mich, Dunkelheit! Alles, was beginnt, was Gestalt annimmt, tritt aus dir ans Licht, entstanden über Nacht, gewachsen, groß gemacht, kommt es zu Gesicht. Reich mir deine Hand, führ mich in dein Land und in deine Hut! Leid, dir anvertraut, bis der Morgen graut, sei dann wieder gut! Leg deinen Mantel über mich … Danke, du mein Lied, dass es dich jetzt gibt! Wer hat dich erdacht? Kamst von ungefähr plötzlich zu mir her. Auch du: Kind der Nacht. Hast mein Herz erfüllt, meine Angst gestillt. Trost und Tapferkeit ziehen dort heut ein. Ja, jetzt bist du mein: Lied der Dunkelheit. Leg deinen Mantel über mich, dessen Grenzen niemand kennt! Warm klingt er und heilt so manches Leid. In dem Raum zwischen mir und der Welt töne du! Jetzt kann ich dich hören, Dunkelheit.